Perth ist eine sehr ruhige Stadt. Als ich an einem Freitag Abend zum Hostel gefahren bin, war mein erster Gedanke: „ Was zum Teufel is denn hier los?“ Freitag Abend und es glich einer Geisterstadt. Weder Leute auf der Straße noch wirklich Verkehr auf den Straßen. Am nächsten Tag ging es dann erstma mit Nadja, die ich schon aus Cairns kenne und Leo aus dem Hostel, an den Scarborough Beach. Ein traumhafter Strand mit extrem großen und starken Wellen. Die größten die ich je gesehen haben mit einer Kraft die einen locker unter Wasser halten können. Was ein Spass! Dazu 45° und nirgendwo Schatten in Sicht. Abends einkaufen gehen war dann erstma weniger, denn die Supermärkte schließen hier am Wochenende um 17 Uhr. Das is ma grob ungechillt. Da lob ich mir Sydney wo die Supermärkte jeden Tag bis Mitternacht offen haben. Das wär hier ich auch ned wirklich nötig, aber bissl länger am Wochenende, wär scho ned verkehrt. Nadja wie auch ich hatten vorab schon beschlossen ne Weile in Perth zu bleiben und so haben wir am selben Abend noch bei einer Wohnungsanzeige angerufen. Die Frauenstimme am Telefon war deutlich asiatisch, was meine Erwartungen an die Wohnung, nach meinen Erfahrungen in Sydney die über Extrem vollgestopften, Messi- und arg zugemüllten Wohnungen, nich gerade hoch ausfallen ließen. Wenn wir Bock hätten, könnten wir gleich vorbeikommen und Sie anschauen. Inzwischen wars zwar schon fast 22 Uhr, aber warum nich.
Als wir am Appartmenthaus angekommen sind, war ich jedoch mehr als positiv überrascht. Ein Foyer aus Mamor und alles Nigelnagelneu. Wie sich herausstelte wurde das Gebäude erst Mitte letzten Jahres fertig gestellt. Das Appartment ist fast komplett in Weiß gehalten, und das Zimmer war auch sehr nett. Im Wohnzimmer steht ein neuer großer Flatscreen und eine PS3. Das Gebäude besitzt auf beiden Seiten des Gebäudes einen Außenpool und Whirlpool, ein komplett neues Fitnessstudio, ein Raum mit einem Billard- und einem Tischtennistisch, sowie zwei große Gemeinschaftsräume sowie im jedem der Außenbereiche einen großen Gasgrill.
Die Busstation is gleich vor der Haustür und zu Fuß ins CBD dauerts nichma zehn Minuten. Wie geil war das denn. Vom Fleck weg haben wir gleich gesagt das wir das Zimmer nehmen. Problem war allerdings das es erst acht Tage später frei werden würde. Des machte uns dann doch einen Strich durch die Rechnung. Bis Martina die Hausherrin sagte, wenn wir kein Problem damit hätte das kurzfristig zehn Leute in der Wohnung wohnen könnten wir schon am Dienstag einziehen. Ich hab in Sydney auch zu zehnt gelebt, von daher hatte ich keine Einwände, da wir schon unser eigenes Zimmer beziehen können. Optimal, erste Besichtigung und gleich ein Volltreffer, so muss das auch mit der Arbeit klappen! So zogen wir also drei Tage später in unser neues „Zuhause“. Mit sieben Südkoreanern und einem Australier mit philippinischen Background.
Als wir grad unser Zeug in den Schrank packten, Martina und sagte uns, wenn wir wollen können wir unsere Betten zusammenschieben. „Ja weiste, eigentlich sind wir kein Pärchen, wir Reisen nur zusammen“
„Achso...ok, ich komm gleich wieder“ und wie ein Blitz verschwand Sie wieder aus dem Zimmer. Häää? Wasn nu los? Kurz darauf kam Sie wieder. „Ok kein Problem, wenn ihr trotzdem eure Betten zusammen schieben wollt, dann lasst es mich bitte wissen.“
Am Abend sind wir dann erstma ausgegangen um zu Feiern. Da hätt mich fast der Schlag getroffen! Nur extrem fette Weiber unterwegs und wenn ich sage extrem, dann meine ich wirklich wirklich extrem. Fuck! Lass ma Japan anrufen, wir machen hier massig Kohle mit Walfleisch. Wenn man sich so umschaut bekommt man ganz stark den Gedanken, das keiner von denen den 40ten Geburtstag erlebt. So ungesunde Menschen habt ihr noch nich gesehn.
Der Training Day war nich sehr aufregend, aber bezahlt. Sechs Stunden rumsitzen, und sich n bissl was anhören wie man Leute am besten anlabert und Formulare ausfüllt. Tags darauf am 26. Januar war dann Australia Day, der National Feiertag Australiens. Es wird zelebriert wie die ersten „Siedler“ nach Australien kamen. Anders gesagt man feiert die dadurch hergehende Versklavung und Abschlachtung der Idiogenen Einwohner aka Aboriginies. Was ein toller Grund sich zu betrinken und laut Musik zu hören. Für uns ging es an diesem Tag in den Kings Park für ein Picknick und das Abendliche Feuerwerk zu betrachten was ich geiler fand als das an Silvester in Sydney. Unglaubliche viele Menschen waren dort. Das Leere Perth schien an diesem einen Platz aus allen Nähten zu platzen. Und ich hatte sowas von gar keinen Bock am nächsten Tag zu Arbeiten. Nich primär weil es Arbeiten is (was eigentlich Grund genug is), sondern wegen dem Fund raising scheiß. Aber Es is gutes Geld für Stunden lang rumstehen und Leute anquatschen. Ich entschied mich also aufzustehen und eine Stunde Fahrt in Angriff zu nehmen. Erst mit dem Zug, dann mit Bus. Das öffentliche Verkehrssystem in Perth is scheiße, den der Bus fährt nur alle Stunde. Erster Tag und glei ma zu Spät kommen. Natürlich hatte ich nich wirklich einen Plan wo ich hinmuss...Der Busfahrer offensichtlich auch nich. „Ich muss zum XY Shopping Center“ - „“Wo is das“ - „Weiß ich nich genau, aber nur 5-10 Minuten fahrt“ -Achso, Jaja ok“
Viele Busstationen sind hier einfach nur n Stempen im Boden mit der Nummer des Stops. Es gibt weder Abfahrtspläne noch einen Namen der Station. Keine Chance sich annähernd zu orientieren, da auch in keinem Bus der nächste halt angezezeigt oder durchgesagt wird. Nach 10-15 Minuten kams mir irgendwie spanisch vor. Eher französisch, den der Busfahrer war a Franzos und sein Englisch a nich grad des beste. „Ey sachma simma an dem Shopping Center vorbei gefahren?“ - „Ich hab keine Ahnung wo das Shopping Center is! Welche Straße solls denn sein?“ - „Ocean Drive“ - „Dann sind wir vorbei gefahren“ Scheiß Franzos. Wegen dem Trottel durftich dann erstma n Kilometer wieder zurück laufen, bei Temperaturen jenseits der 40°. Mit 40 Minuten Verspätung war ich am Ziel. Der erste Arbeitstag war eigentlich ganz gechillt, abgesehen davon das man acht Stunden am Tag steht, was auf dauer ganz schön auf die Füße und den Rücken geht. Und eine Unterschrift hatte ich auch gleich am ersten Tag.Meine Kollegin und Teamleaderin Vijay war aber leider total ungechillt und für wenig Spass zu haben. Hier is mir auch wieder ganz deutlich geworden was des Problem der Australier is: Sie sind schlichtweg viel zu Fett! Jeder fünfte Australier ist von Herzkrankheiten betroffen, Zwei von Drei Familien und Herzkrankheiten waren im Jahr 2008 für 34% der Todesfälle verantwortlich. Alle Zehn Minuten stirbt ein Australier an folgen von Herzkrankheiten.Da isma in einer Konversation mit frägt ob Sie jemanden kennen der von Herzkrankheiten betroffen is, wie z.B. Diabetis, Bluthochdruck ö.ä und die sagen Eiskalt „Nein“ sehen aber aus als ob das Blut gehalten aus 80% besteht und Sie gleich explodieren. Der nächste Tag mit Kamal war da schon viel entspannter und der Arbeitstag bestand aus Spässchen mit den Leuten und Abhängen. Hierbei hat ich ein nettes Gespräch mit einem Vater und seinen zwei Kids die 4 und 6 Jahre alt waren aber noch nie einen Softdrink getrunken haben. So is richtig. .Tatsächlich hab ich sogar ein Mädel aus Grönland kennengelernt. Was es nich alles gibt. Natürlich habe ich auch nebenbei gearbeitet, aber leider keine Unterschrift ergattert.Genauso wenig wie am Freitag an dem ich mit der ebenso ungechillten Sarah gearbeitet hab. Thank God it`s Friday. Nadja hatte den Job nach dem zweiten Tag geschmissen.
Am kommenden Montag hieß es erstma um 7 Uhr Morgens aufstehen, den an dieser Location starten wir nich wie üblich um 9 sonder um 8:30 Uhr. Grade als ich am Shopping Center angekommen bin hat mich Vijay angerufen.
„Hey Markus, wo bist du?“
Am Shopping Center“
Ja weiste es gab da n kleines Problem, du bist heut anner andren Location und arbeitest mit Melanie“
„Ja logo, wo is die andere Location“
„Ich kann dir die Adresse schicken aber ich weiß leider auch nich genau wo das is. Musst dich einfach durchfrage“
„Sollich n Taxi nehmen?“
„Nene, des is nich so weit weg“
„Ey pass ma auf, wenn du dich dazu stellen würdest und sagen was wir besser machen können, würde uns des mehr helfen als wenn de uns immer frägst was wir besser machen können. Stell dich halt ma ne halbe Stunde hin und zeig uns wies geht!“ - „Ja weiste, ich bin nich da als Frontliner, ich kann euch nur die Tür zeigen.“ Jaja, Fuck Off.
An meinem freien Tag bin ich dann Abends mit Paul und Emily auf ein Rugby Spiel gegangen. War richtig Nice, sowas ma Live zu sehen. Insgesamt kam mir das Spiel auch ein wenig kurz vor, aber das mag auch an unserem Pegel gelegen haben. Am nächsten Abend war gleich wieder Rugby angesagt, Sechs Nationen Cup Live im Casino: England Vs. Wales