Sonntag, 21. Februar 2010

Der wilde Westen

Ich weiß gar nich ob ihr es schon wusstet, aber ich bin jetzt in West Australien. Genauer gesagt, in Perth. Naja, eigentlich bin ich hier schon seit über nen Monat... West Australien ist sieben mal so groß wie Deutschland mit einer Bevölkerung von ca. zwei Millionen Menschen. 1,4 Millionen davon versammeln sich in Perth. Perth ist die abgelegenste Großstadt der Welt und ich bin näher an Jakarta (Indonesien) als an Sydney. Nebenbei ist es auch noch die jüngste Stadt in Australien und befindet sich im starken Wachstum, was man hauptsächlich daran beobachten kann das überall Baustellen sind. Da kommt ma sich fast vor wie daheim.

Perth ist eine sehr ruhige Stadt. Als ich an einem Freitag Abend zum Hostel gefahren bin, war mein erster Gedanke: „ Was zum Teufel is denn hier los?“ Freitag Abend und es glich einer Geisterstadt. Weder Leute auf der Straße noch wirklich Verkehr auf den Straßen. Am nächsten Tag ging es dann erstma mit Nadja, die ich schon aus Cairns kenne und Leo aus dem Hostel, an den Scarborough Beach. Ein traumhafter Strand mit extrem großen und starken Wellen. Die größten die ich je gesehen haben mit einer Kraft die einen locker unter Wasser halten können. Was ein Spass! Dazu 45° und nirgendwo Schatten in Sicht. Abends einkaufen gehen war dann erstma weniger, denn die Supermärkte schließen hier am Wochenende um 17 Uhr. Das is ma grob ungechillt. Da lob ich mir Sydney wo die Supermärkte jeden Tag bis Mitternacht offen haben. Das wär hier ich auch ned wirklich nötig, aber bissl länger am Wochenende, wär scho ned verkehrt. Nadja wie auch ich hatten vorab schon beschlossen ne Weile in Perth zu bleiben und so haben wir am selben Abend noch bei einer Wohnungsanzeige angerufen. Die Frauenstimme am Telefon war deutlich asiatisch, was meine Erwartungen an die Wohnung, nach meinen Erfahrungen in Sydney die über Extrem vollgestopften, Messi- und arg zugemüllten Wohnungen, nich gerade hoch ausfallen ließen. Wenn wir Bock hätten, könnten wir gleich vorbeikommen und Sie anschauen. Inzwischen wars zwar schon fast 22 Uhr, aber warum nich.

Als wir am Appartmenthaus angekommen sind, war ich jedoch mehr als positiv überrascht. Ein Foyer aus Mamor und alles Nigelnagelneu. Wie sich herausstelte wurde das Gebäude erst Mitte letzten Jahres fertig gestellt. Das Appartment ist fast komplett in Weiß gehalten, und das Zimmer war auch sehr nett. Im Wohnzimmer steht ein neuer großer Flatscreen und eine PS3. Das Gebäude besitzt auf beiden Seiten des Gebäudes einen Außenpool und Whirlpool, ein komplett neues Fitnessstudio, ein Raum mit einem Billard- und einem Tischtennistisch, sowie zwei große Gemeinschaftsräume sowie im jedem der Außenbereiche einen großen Gasgrill.
Die Busstation is gleich vor der Haustür und zu Fuß ins CBD dauerts nichma zehn Minuten. Wie geil war das denn. Vom Fleck weg haben wir gleich gesagt das wir das Zimmer nehmen. Problem war allerdings das es erst acht Tage später frei werden würde. Des machte uns dann doch einen Strich durch die Rechnung. Bis Martina die Hausherrin sagte, wenn wir kein Problem damit hätte das kurzfristig zehn Leute in der Wohnung wohnen könnten wir schon am Dienstag einziehen. Ich hab in Sydney auch zu zehnt gelebt, von daher hatte ich keine Einwände, da wir schon unser eigenes Zimmer beziehen können. Optimal, erste Besichtigung und gleich ein Volltreffer, so muss das auch mit der Arbeit klappen! So zogen wir also drei Tage später in unser neues „Zuhause“. Mit sieben Südkoreanern und einem Australier mit philippinischen Background.

Als wir grad unser Zeug in den Schrank packten, Martina und sagte uns, wenn wir wollen können wir unsere Betten zusammenschieben. „Ja weiste, eigentlich sind wir kein Pärchen, wir Reisen nur zusammen“
„Achso...ok, ich komm gleich wieder“ und wie ein Blitz verschwand Sie wieder aus dem Zimmer. Häää? Wasn nu los? Kurz darauf kam Sie wieder. „Ok kein Problem, wenn ihr trotzdem eure Betten zusammen schieben wollt, dann lasst es mich bitte wissen.“
Merci, falls sagma dir bescheid?! Verspult. Wie sich heraussteltte sind die Koreaner Ultra Konservativ und zusammen leben mit einer Frau die nich die Partnerin is, gibt’s eigentlich gar ned. Die ziehen auch meist erst mit der Hochzeit zusammen. Tja herzchen, wir sind hier aber in Australien. Nachdem wir also erst einmal die Koreaner Kultur geschockt haben gingen wir zu unserer ersten Amtshandlung über: Die Suche nach einem Job! Zuerst sind wir von Autovermietung zu Autovermietung gelaufen um dort unsere Lebensläufe auszuhändigen. Als wir in der Fußgänger Zone umher schlenderten, wurden wir von einem Mädel angesprochen ob wir n Job suchen. Ajo, eigentlich schon. Das Mädchen stellte sich als Emily von der Australian Heart Foundation bzw. WWF vor. Nich die World Wrestling Federation sondern der World Wide Fund. Ihr wisst scho, wie Greenpeace mit nem Panda als Logo. Der Job wäre als Fundraiser, das sind die Kaschperl die in der Fußgängerzone oder vor Geschäften rum streunen und einen Fragen ob ma nich die Umwelt retten will. Im Grunde genommen also der „Verkauf“ von monatlichen Spenden. Lustigerweise hatte Nadja fünf Minuten vorher noch gesagt, Sie möchte in keinen Verkaufsjob weil Ihr das einfach nich liegt. Nach kurzem Blabla sagte Sie, Sie wird uns heut Abend anrufen wegen nem Vorstellungsgespräch und zwei Tage später waren wir dann auch in einem Gruppengespräch. Das Auswahlverfahren war easy. In der ersten Runde sollten wir uns zu zwei Gruppen zusammen rotten und Argumente für die Heart Foundation oder WWF sammeln, die wir dann in einer Debatte uns gegenseitig an den Kopf werfen. Ich war in der Heart Foundation Gruppe was ich persönlich auch wichtiger finde. Wer soll denn den Regenwald retten wenn die ganzen Hippies an Herzversagen sterben? Danach durften erstma über die Hälfte das Auswahlverfahren verlassen. Zu Nadjas Verwunderung hat Sie es in die zweite Runde geschafft. Die bestand im Grunde daraus auf der Straße möglichst vielen Leuten ein Fragen zu stellen, um zu sehen ob wir in der Lage sind fremde Leute anzuquatschen. Too easy! Die dritte Runde war dann das eigentliche Interview. Interview kann man es eigentlich nicht nennen, denn es wurde mir eine Frage gestellt: „Warum möchtest du für die Heartfoundation arbeiten?“ Is wichtig unso, weeste. Logo, gekauft. Und so hatte ich dann meinen Fundraising Job in Perth und auf dem darauf folgenden Montag unseren Training Day.

Am Abend sind wir dann erstma ausgegangen um zu Feiern. Da hätt mich fast der Schlag getroffen! Nur extrem fette Weiber unterwegs und wenn ich sage extrem, dann meine ich wirklich wirklich extrem. Fuck! Lass ma Japan anrufen, wir machen hier massig Kohle mit Walfleisch. Wenn man sich so umschaut bekommt man ganz stark den Gedanken, das keiner von denen den 40ten Geburtstag erlebt. So ungesunde Menschen habt ihr noch nich gesehn.
Am Abend Tags darauf gab es dann ein Koreanisches BBQ: gegrillter Schweinebauch, Reis, gebratene Nudeln und eingelegter Rettich dazu eine scharfe Soße. Auf die Frage wie scharf Sie denn sei, erwiederte mir Rainy, ein ehemaliger Mitbewohner, für Ihn als Koreaner sei Sie nich scharf, aber für mich bestimmt. Top, scharfes Essen is geil! Letztenendes war Sie dann doch nich so scharf wie mir versprochen wurde. Zumindestens nich für mich... Nadja mutierte zum Feuerspucker. Liegt vermutlich daran das ich n anderes Verhältniss zu scharfem Essen hab. Manch einer wird sich bestimmt noch erinnern wie ich früher meine Döner in Tabasko ertränkt hab. Da is bestimmt was kaputt gegangen und das Rauchen hat seinen Rest dazu getan. Koreanisches Essen is supergeil. Ein nächstes Land auf meiner langen „Länder die ich besuchen muss“ Liste. In guter Laune ging es dann erst weiter in eine koreanische Karaoke Bar, was super lustig war, und in einem Club Namens „Metro“. Hierzu möchte ich vorab noch eine kleine Geschichte erzählen. Jedesma wenn wir Michael , unseren Australier, nach Bars oder Clubs gefragt haben zu hieß es immer „Ne da geh ich nich hin. Ich geh nur Upperclass Läden. Was is denn der krasseste High Society Laden in Deutschland?“ Einstimmig das P1. Bis dahin wussten wir nur das er im Retail Business is als Verkäufer, wie sich letzte Woche rausstellte fritiert er Fritten, aber er nennt es gern Retail, weil das ja der Überbegriff is. Im „Metro“ angekommen fielen uns dann erstma die Augen raus. Ein Club auf drei Ebenen von denen zwei geschlossen waren. Nur Pseudo-bonzige Asiaten, ein beschissener DJ der in jedes Lied sowas wie „put your hands up in the air“ geschrien hat, fünf Cellulite befallene Tänzerin auf der Bühne mit einer Choreo alla Brittney Spears, und einem schwarzen mittelmäßigem Brakedancer. Als wir dann ma aufn Balkon sind eine Rauchen haben wir Michael ma gefragt ob das einer seiner Upperclass Läden is. „Ja schon“ Von da an wars vorbei. Wir haben uns den restlichen Abend über den Club und seine Upperclass kaputt gelacht, selten soviel gelacht. Der Rest des wahr eigentlich eher zum weinen. Vielleicht mags auch an mir liegen und ich setz das Wort „High Society“ in nen anderen Maßstab, aber gegen den Club hat sogar der „Q Club“ Niveau.


Der Training Day war nich sehr aufregend, aber bezahlt. Sechs Stunden rumsitzen, und sich n bissl was anhören wie man Leute am besten anlabert und Formulare ausfüllt. Tags darauf am 26. Januar war dann Australia Day, der National Feiertag Australiens. Es wird zelebriert wie die ersten „Siedler“ nach Australien kamen. Anders gesagt man feiert die dadurch hergehende Versklavung und Abschlachtung der Idiogenen Einwohner aka Aboriginies. Was ein toller Grund sich zu betrinken und laut Musik zu hören. Für uns ging es an diesem Tag in den Kings Park für ein Picknick und das Abendliche Feuerwerk zu betrachten was ich geiler fand als das an Silvester in Sydney. Unglaubliche viele Menschen waren dort. Das Leere Perth schien an diesem einen Platz aus allen Nähten zu platzen. Und ich hatte sowas von gar keinen Bock am nächsten Tag zu Arbeiten. Nich primär weil es Arbeiten is (was eigentlich Grund genug is), sondern wegen dem Fund raising scheiß. Aber Es is gutes Geld für Stunden lang rumstehen und Leute anquatschen. Ich entschied mich also aufzustehen und eine Stunde Fahrt in Angriff zu nehmen. Erst mit dem Zug, dann mit Bus. Das öffentliche Verkehrssystem in Perth is scheiße, den der Bus fährt nur alle Stunde. Erster Tag und glei ma zu Spät kommen. Natürlich hatte ich nich wirklich einen Plan wo ich hinmuss...Der Busfahrer offensichtlich auch nich. „Ich muss zum XY Shopping Center“ - „“Wo is das“ - „Weiß ich nich genau, aber nur 5-10 Minuten fahrt“ -Achso, Jaja ok“

Viele Busstationen sind hier einfach nur n Stempen im Boden mit der Nummer des Stops. Es gibt weder Abfahrtspläne noch einen Namen der Station. Keine Chance sich annähernd zu orientieren, da auch in keinem Bus der nächste halt angezezeigt oder durchgesagt wird. Nach 10-15 Minuten kams mir irgendwie spanisch vor. Eher französisch, den der Busfahrer war a Franzos und sein Englisch a nich grad des beste. „Ey sachma simma an dem Shopping Center vorbei gefahren?“ - „Ich hab keine Ahnung wo das Shopping Center is! Welche Straße solls denn sein?“ - „Ocean Drive“ - „Dann sind wir vorbei gefahren“ Scheiß Franzos. Wegen dem Trottel durftich dann erstma n Kilometer wieder zurück laufen, bei Temperaturen jenseits der 40°. Mit 40 Minuten Verspätung war ich am Ziel. Der erste Arbeitstag war eigentlich ganz gechillt, abgesehen davon das man acht Stunden am Tag steht, was auf dauer ganz schön auf die Füße und den Rücken geht. Und eine Unterschrift hatte ich auch gleich am ersten Tag.Meine Kollegin und Teamleaderin Vijay war aber leider total ungechillt und für wenig Spass zu haben. Hier is mir auch wieder ganz deutlich geworden was des Problem der Australier is: Sie sind schlichtweg viel zu Fett! Jeder fünfte Australier ist von Herzkrankheiten betroffen, Zwei von Drei Familien und Herzkrankheiten waren im Jahr 2008 für 34% der Todesfälle verantwortlich. Alle Zehn Minuten stirbt ein Australier an folgen von Herzkrankheiten.Da isma in einer Konversation mit frägt ob Sie jemanden kennen der von Herzkrankheiten betroffen is, wie z.B. Diabetis, Bluthochdruck ö.ä und die sagen Eiskalt „Nein“ sehen aber aus als ob das Blut gehalten aus 80% besteht und Sie gleich explodieren. Der nächste Tag mit Kamal war da schon viel entspannter und der Arbeitstag bestand aus Spässchen mit den Leuten und Abhängen. Hierbei hat ich ein nettes Gespräch mit einem Vater und seinen zwei Kids die 4 und 6 Jahre alt waren aber noch nie einen Softdrink getrunken haben. So is richtig. .Tatsächlich hab ich sogar ein Mädel aus Grönland kennengelernt. Was es nich alles gibt. Natürlich habe ich auch nebenbei gearbeitet, aber leider keine Unterschrift ergattert.Genauso wenig wie am Freitag an dem ich mit der ebenso ungechillten Sarah gearbeitet hab. Thank God it`s Friday. Nadja hatte den Job nach dem zweiten Tag geschmissen.
 

Am kommenden Montag hieß es erstma um 7 Uhr Morgens aufstehen, den an dieser Location starten wir nich wie üblich um 9 sonder um 8:30 Uhr. Grade als ich am Shopping Center angekommen bin hat mich Vijay angerufen.
„Hey Markus, wo bist du?“
Am Shopping Center“
Ja weiste es gab da n kleines Problem, du bist heut anner andren Location und arbeitest mit Melanie“
„Ja logo, wo is die andere Location“
„Ich kann dir die Adresse schicken aber ich weiß leider auch nich genau wo das is. Musst dich einfach durchfrage“
„Sollich n Taxi nehmen?“
„Nene, des is nich so weit weg“
Was das gute Mädel vermutlich nich wusste, dass das andere Shopping Center am anderen Ende der Stadt war und ich wieder mit Bus und Bahn farhen darf. Wie üblich kommt der Bus nur alle Stunde. AWESOME! Um 11:30Uhr war ich dann endlich am anderen Standort. Mit Melanie arbeiten war super lustig. Eine Britische 22 Jährige Lesbe, die den selben Frauen Geschmack hat wie ich. Der ganze Tag war sehr entspannt, bis wie jeden Tag Vijay anrief um zu fragen wieviele Unterschriften ich schon hab. Hmm ja eigentlich keine. Und immer die nervige Frage: „Was glaubste denn voran es liegt, was kannst du denn besser machen?“ Wenn ich wüsste was ich besser machen könnte würde ich es vermutlich besser oder anders machen. Die Horner schicken uns auch in die entlegensten Ecken um Perth. Zuhause Angekommen bin ich dann am Abend um 21 Uhr, da wir einen Bus verpasst haben und der Gute Bus nur alles Stunde fährt, bzw einer gar nich fuhr. So habe ich meinen Montag acht Stunden mit Bus und Bahnfahren und auf selbige warten verbracht. Am Anfang wurden wir gefragt ob wir ein Problem damit haben eine Stunde fahrt in Kauf zu nehmen. Ne Stunde is ja nich tragisch, aber fucking acht Stunden is dann doch a weing zu krass. Die geile Location war auch zwei Stunden entfernt, was heißt jeden Tag vier Stunden für den Kompletten Arbeitsweg. Da is mir dann schon grob die Lust vergangen. Jeden Tag hatte ich Bock zu kündigen, eigentlich hab ich nur weiter gemacht weils gutes Geld war und ich Mel nich mit den ganzen Spastis allein lassen wollte. Es war lustig, aber der Job hat mich schon guad gelangweilt. Des Problem sollte sich dann eh früher oder später erledigen. Wie in jedem „Verkaufsjob“ hat man natürlich Ziele die man erreichen muss. Unser Ziel war zehn Unterschriften die Woche ansonsten schauts schlecht aus. Am nächsten Tag kam dann ma Tommy unser Projekt Manager vorbei. Natürlich die selbe leier wie Vijay, „was kannste besser machen?“
„Ey pass ma auf, wenn du dich dazu stellen würdest und sagen was wir besser machen können, würde uns des mehr helfen als wenn de uns immer frägst was wir besser machen können. Stell dich halt ma ne halbe Stunde hin und zeig uns wies geht!“ - „Ja weiste, ich bin nich da als Frontliner, ich kann euch nur die Tür zeigen.“ Jaja, Fuck Off.
Am nächsten Tag musste ich also mindestens zwei Unterschriften bringen und am darauf folgenden Tag, sonst is nach der Woche Schluss. Und tatsächlich hatte ich am Tag darauf zwei Unterschriften, leider nich am darauf folgenden Tag. Als Tommy auftauchte hab ich ihm nochma erklärt was mich abfuckt und das ich kein Bock hab jeden Tag Vier Stunden unbezahlt in dem Öffentlichen Verkehrsmittel zu verbringen. Und so habe ich dann meinen Job gekündigt. 900$ nach Steuern für acht Tage Arbeit sind nich verkehrt.

An meinem freien Tag bin ich dann Abends mit Paul und Emily auf ein Rugby Spiel gegangen. War richtig Nice, sowas ma Live zu sehen. Insgesamt kam mir das Spiel auch ein wenig kurz vor, aber das mag auch an unserem Pegel gelegen haben. Am nächsten Abend war gleich wieder Rugby angesagt, Sechs Nationen Cup Live im Casino: England Vs. Wales
Emily is aus England, Paul is aus Wales. Liveübertragung ab 1 Uhr Nachts. Die Sportbar im Casino war vollgepackt mit Walisern. Emily hatte soeben ihr George Cross umgeschwungen, da kam schon die erste angetrunkene Waliserin. „FUCK OFF, FUCKING ENGLISH!“ Da gings gleich ma ab. Den ganzen Abend war Sie angepisst. Verständlich. Wenigstens hat England gewonnen, was ihr ein wenig Genugtuung einbrachte. Bis Morgens um 6 Uhr verbrachten wir dann die Zeit im Casino. Unglaublich was da Frühmorgens für verstörte Leute rumlaufen. Der erste meine er gambled um die Liebe, der andre meinte er is son Psychohansel wie der Scharlatan Uri Geller und kann die Zukunft vorraussehen. Ey nur Gstörte. Und nun bin ich auf der Suche nach einem neuem Job und verbringe jeden Tag 2 Stunden in unserem Fitnessstudio. Mein Hauptaugenmerk liegt nun auf einem richtigen Job wie Automobilkaufmann was allerdins nur mit nem Sponsorship Visum zu managen is, aber ich bewerbe ich mich für alles mögliche andere wie z.B. in Kleidungsgeschäften, Hoels und Restaurants. Irgendwas wird sich schon ergeben, irgendwas ergibt sich immer. Und falls nich, dann muss ich meine Reise eben wieder fortsetzen.

Dienstag, 19. Januar 2010

Das Dorf der 73er



Ein neues Jahr, neues Glück. Vieles kommt ja anders als man es sich im vor hinein erwartet, so auch der Neujahrs Abend in Sydney. Der Tag begann mittags ein paar Gläschen Rum-Cola. Resultat war das ich bis um ca. 23 Uhr schlief und fast Silvester verpennt hab. Somit waren eigentlich auch alle Planungen über Bord geworfen. Kein Problem, machma trotzdem das beste aus der Nacht. Bewaffnet mit einer weiteren gemixten Flasche Rum- Cola ging es straight Richtung Harbour Bridge und Opera House. Entweder ich treff jemanden den ich kenn oder ich lern neue Leute kennen. Es hat auch nicht lang gedauert bis ich auf der George St. mit Danny einen Kiwi, und Maxi seine deutsche Mitbewohnerin ins Gespräch gekommen bin. Die beiden hatten auch gar keine Planung, also einfach ma auf uns zu kommen lassen. Am Circular Quey war die Hölle los, einmal verloren unmöglich einen wieder zu finden. Unfassbar wie viele Leute, und was für ein Gedränge herrschte! Das Feuerwerk selber fand ich schön aber etwas unspektakulär. Die 1,8Mio was der Spaß gekostet hat, hätte ich sinnvoller investieren können. Privatpersonen ist es in Australien verboten Feuerwerkskörper zu besitzen. Versteh einer die Australier: Einerseits steht auf den schildern der Brisbaner U-Bahn das man seine Feuerwaffen ins Handgepäck packen soll, aber Feuerwerk is illegal. Nach dem wir uns aus der Menschenmenge heraus gekämpft haben, ging es weiter an den Darling Harbour wo wir uns mit einem weiteren Mitbewohner und einigen Freunden von denen getroffen haben. Für mich ging es darauf weiter nach Kings Cross wo ich eigentlich noch Bock hatte ein bissl einen Club zu besuchen. In KC angekommen war allerdings alles geschlossen , wie leer gefegt und die Straßen waren von Polizei überlagert. Was gehdn hier ab??? Im Nachhinein bin ich mir gar nich so sicher ob ich überhaupt in Kings Cross war, den die Hauptstraße selbiger kam mir ungewöhnlich lang vor... Naja mach ma uns ma langsam auf den Weg heim. Inzwischen war es schon 6 Uhr Morgens und ich war Froh das mein japanischer Zimmerkollege noch wach war. In der Eile hat ich meinen Schlüssel in der andren Hose verplant. Und wie lässt man so einen schönen Abend enden? Na klar, mit einer weiteren Flasche rum. Am nächsten morgen hatte ich einen der schlimmsten Kater die ich jemals hatte. Das Speim konnt ich mir, als ich die fast leere Flasche sah grad noch verkneifen.



Weder Hirn noch Magen hatte aber Großartig Zeit das ganze zu verarbeiten, den am darauf folgenden Samstag fand auch gleich eine „Fare Well“ Party statt, da sechs Leute ausziehen. Ich sah es als meine Pflicht an, den Asiaten noch einma minimal Musik auf maximaler Qualität nahe zu bringen. Und so langsam kamen die echt aus sich raus und begannen das Tanzbein zu schwingen. Ein lustiger Abend der ein einhalb Monate Sydney würdigend abrundeten. Hierbei möchte ich nochma auf eine Frage eingehen: Ich hatte bei der Autovermietung nochma angerufen:
„Hmm... ja wann haste den Zeit für nen Interview“
„Ich hatte schon ein Interview mit Gino was fast ne Stunde gedauert hat“
„Ach echt.... achso...davon weiß ich aber nix.... das muss ich nochmal prüfen. Ich melde mich bei dir“
Jaja., go n fuck yaself!
Der Plan war nun also nach Coffs Harbour weiter zu ziehn. Allerdings war der Bus ausgebucht, und der einzige Bus der noch frei war, wär um 3:20 Uhr in Coffs Harbour angekommen. Des isn bissl früh also entschloss ich mich für das nächste Ziel auf der Route. Byron Bay, wo der Bus fünf Stunden später hält.14 Stunden Bus fahren, herrlich....




In Byron Bay angekommen verbreitete sich gleich ein sehr alternativer Charme und zu meinem erschrecken, unzählige Backpacker an der Busstation die eben angekommen sind oder gleich weiter fahren. Leude eigentlich wollt ich erstma nach dem stressigen Sydney meine Ruhe haben. Das war mir nicht vergönnt. Hoch Saison und Schulferien haben dem ganzen die Krone aufgesetzt. Nach einem Marsch von 50 Minuten und anrufen bei einigen Hostels kam ich zu der Erkenntnis: Byron is zu überfüllt und sofern es irgendwo ein Bett gibt dann nicht unter 40$ die Nacht. Der Rest war bis zu kommenden Woche ausgebucht. Ein Alternativplan muss also her. Surfers Paradise an der Gold Coast hört sich doch verlockend an. Jedoch auch hier nur erfolglose Anrufe. Da viel mir ein kleines Dorf ein, zwei Stunden von Byron Bay entfernt. Nimbin, ein Hippie Dorf. Da fährste ma hin und schaust was abgeht.
Der Busfahrer sah aus wie Tommy Chong, aus den „Cheech & Chong“. Hippie to the fullest. Auf der fahrt dorthin gab es eine kleine Exkursion über das Gebiet. Die Gegend um Byron Bay war früher einmal das größte Regenwald Areal in Australien...bis der weiße Mann kam. Unsere fahrt führte uns durch Macadamia Wälder die Australiens einzige einheimische „Frucht“ ist. Alles andere wurde erst durch Siedler eingeführt. Das war mir eigentlich komplett neu und auch irgendwie schwer zu glauben. Aber der Hippie wird scho wissen wasser dazählt.


Zur Geschichte Nimbin: 1973 wurde ein neuer Austragungsort für das Aquarius Festival gesucht. Auf der Suche in ganz Australien stieß man auf den kleinen Fleck zwischen Regenwald und Berge. Einigen Hippies gefiel es hier so gut, das Sie beschlossen gleich dort zu bleiben, und nun ist das 600 Seelen Dorf was es ist. „Rechts ist das Krankenhaus und Links ist die Polizei, von beidem solltet ihr euch fernhalten“, sagte Andy, der Busfahrer bei der einfahrt in die Stadt. Ein ganz ganz verrücktes Städtchen sag ich euch. Alles ist bunt und etwas langsamer. Erstma ging es hoch auf einen Bergweg zu meinem Hostel, welches eher einer Hippie Kommune als einem Hostel glich. Ein netter Fleck um erstma runter zu kommen. Vieles war auf vertrauen aufgebaut, wie z.B. wer sich nen Bier aus dem Kühlschrank nimmt schmeißt 3$ in nen Eimer oder wer nen Muffin nimmt schmeißt eben dafür Geld ins Glas. Nebenbei waren die Muffins die besten die ich jemals gegessen hab! Riesengroß, mit weißer und dunklen Schokoladen Würfeln und unglaublich vielen Waldfrüchten. Am besten Frisch aus dem Offen, so weich und saftig, das es ratsam ist, sie mit einem Löffel zu Essen. Erstma ging es jedoch Berg abwärts, um mit den Franzosen der mit mir angekommen ist, die Stadt zu erkunden. Die “Stadt“ besteht aus einer Hauptstraße mit zwei Supermärkten, einen Museum und unzählige Läden die alles haben was das Hippier Herz begehrt. Von Batikshirts über Leinenhosen, zu Bücher über Spirituelle Energien und Steinen die das Shakra erneuern. Man kommt sich ein bisschen vor wie in „Dharma & Greg“ unter lauter Larry Finkelsteins. Auf dem Weg zurück ins Hostel gabs den erstma einen kleinen Eindruck der Bewohner Nimbins, als ein entgegenkommender Transporter mit einem Anfang-Mitte Fünfzigjährigen und seinem geschätzten 70-80 Jahre alten Mate neben uns hielt. Super freundlich strahlte er uns an und sagte.
„Ey Jungs, alles klar? geht’s euch gut? Brauchtsa Schwammal?“
„Öhmm...hmm... ja ne du eigentlich nich, aber Merci“
„Kein Problem Jungs, habtsn schönen Tag und genießt das Wetter“
Und so freundlich wie er gekommen war, fuhr er auch wieder weiter
Wie ich nun weiß, nennt man Nimbin auch die Damstadt Australiens.
Schwangere Frauen die draußen vorm Museums Fenster stehen und den Museums besucher selbst gebackene Kekse anbieten. Crazy Shit.



Mit Sicherheit kommen nun einige Fragen auf denen ich gerne nachkommen möchte.
„Aber Markus, sind Hippies nicht schmutzig und stinken ganz furchtbar?“
Generell muss ich sagen das die Hippies auf dem Gelände gepflegt waren. Nich im Sinne von Manikürten Fingernägeln und Topstylische Frisuren, aber Sie waren jeden Tag duschen. Ausnahmen Bestätigen jedoch die Regel wie ich festellten / riechen musste.



„Sind Hippies nich den ganzen Tag stoned und/oder auf Acid?“
Ja und Nein. Es ist schon ein komisches Bild wenn sich „Tiny“, ein 70 Jahre alter Kerl der 1,80m groß und 1,40m Breit, dessen aussehen dem Coca-Cola Weihnachtsmann gleicht, sich früh Morgens um 9 Uhr aerodynamische Zigarette nei heizt. Das aber ma jemand n Flipper bekommen hat oder mit der Lucy unterwegs war, kann ich allerdings nicht bestätigen. Ansich waren die Leute alle sehr smooth und super freundlich. Bis auf einmal, dazu werde ich später noch kommen.



„Wie is das mit der freien Liebe? Sind die Leute alle nackt rum gelaufen und haben Orgien gefeiert?“
Nackt ist eigentlich niemand rumgelaufen und Orgien wurden auch keine gefeiert. Mag sein das ein Relikt aus vergangenen Zeiten ist oder in Kommunen stattfindet, bei uns war das nicht der Fall.



„Ich hab gehört Hippies tragen keine Unterwäsche?“
Seit Anbeginn der Zeit haben alle Frauen einen gemeinsamen Feind, abgesehen von Technische Gerätschaften, Heimwerken, Autofahren, Einparken, Pilotenlizenzen und Einweg Rasierklingen: DIE SCHWERKRAFT! Die Damen der Blumenkraft waren vermutlich der Ansicht das Ihre Happy-Happy-gute-Laune-make-love-not-war Attitüde die böse böse Schwerkraft davon abhält sich Ihrer zu bemächtigen und man deshalb keinen BH tragen muss....Falsch gedacht! Ihr könnt mir glauben, es is kein schöner Anblick wenn eine 30 Jährige Frau, die eigentlich ein hübsches Gesicht hat, aus der Dusche steigt und Ihre Brüste bis zum Bauchnabel hängen. Die Hobby Hippies trugen alle Unterwäsche und die meisten jungen Hippie Ischen hatten schlichtweg keinen nötig. Ob die Männer Unterwäsche trugen!? Das entzieht sich meiner Kenntnis. Aber auf dieses Wissen kann ich auch gerne verzichten. Fazit: Schütze dich vor der Schwerkraft, irgendwann holt sie auch dich.



Nachdem es zwei tage in Folge wie aus Eimern gegossen hat, war am Wochenende das Wetter Richtig geil und warm.
„Tiny, es is so ein geiler Tag. Was kann man denn heute unternehmen?“
„In Channon 20 km entfernt is ein Markt, Mate“
„Was geht da? Food Markt oder was? Fährt da n Bus?“
Auf meine Frage nach einem Bus konnte sich Tiny das lachen nicht verkneifen. Tja, also wohl kein Bus.
„Auf dem Markt gibt’s eigentlich alles. Und Deutsche Würstchen, Ich liebe deutsche Würstchen!“ Wenn de Lust hast mitzukommen, ich hab noch einen freien Platz im Auto.
Na klar hat ich Bock, also gings mit Tiny, Jay einem 40 Jährigen Kanadischen Alternativgesellen und einem Japaner auf nach The Channon auf den Markt. Hier merkte ich das erste mal das Jay und Tiny auch unfreundlich werden konnten, als Sie auf dem Parkplatz einen jungen Kerl beobachteten der seinen Müll achtlos af den Boden warf.
„Hey du! Ja du! Heb deinen Scheiß Mull auf!
„Wer, Ich?“
„Ja klar du! Bist du behindert!? Was glaubsten du wo du bist, heb dein scheiß Müll auf“
„Hier is aber kein Müll Eimer“
„Mir scheiß egal, nimm deinen Scheiß Müll und schmeiß ihn in deinen verschissen Truck du kleiner Pisser!“
Oha, die gehen ja ab, recht hamse.


Der Channon Markt, bot alles was das Hippie Herz begehrt Hanfkleidung, Shakra Steine, allen mögliche andren Kitschkram, Ein „Bastel dein eigenen Drum“, frisches regionales Obst und einen riesßigen Trommelkreis.Und „German Sausages“! „Zwiebeln“ ja reichlich, „Sauerkraut“ warum nich. Das einzige was an der Wurst allerdings Deutsch war, war das“German“ auf der Preistafel. Das Brot: ein italienisches Panini. Der Senf: ein französischer Dijon. Die Wurst: dem Geschmack nach zu urteilen, eine von diesen garstigen Australischen Würsten. Jeder, der die schonma probiert hat, weiß wovon ich spreche. Wenigstens nich so schlimm wie die Känguruh Würstchen die ich mir mal in Cairns gekauft hatte. Das war echt abartig ätzend! Geht doch nix über Nürnberger Rostbratwürschtl. Gegend Abend zu, gesellten wir uns an den Trommelkreis, bei dem auch noch andere Leute aus unserem Hostel waren. Fünf Stunden durchgehendes Getrommel, und Leute aller Alterklassen die abgehn wie Schmitz Katze. Hier waren vielleicht doch halluzinogene und psychoaktive Substanzen im Spiel, vielleicht haben die Menschen sich auch einfach nur unglaublich gefreut.



Das Areal war wirklich von unglaublich schöner Natur umgeben und ich hatte endlich mal Zeit wieder ein Buch zu lesen. Eigentlich waren es vier. Ich kann mich gar nicht erinnern wann ich des letzte mal soviel gelesen hab. Ruhe und Natur, das war genau das was ich gebraucht hab. Wirkte aber auch alles etwas surreal. Da sitzt man morgens auf der Wiese und liest sein Buch, Kuhe blöken im Hintergrund, das Kreischen von Papageien und Kakadus ist zwischen dem schallenden gelächter der Kookabooras zu hören und während dessen hüpft ein Wallby über das Gras an einem vorbei. Es wachsen super leckere Lady Finger Bananen und erstklassige Mangos aus biologischem Anbau für 50cent. Alternativ dazu gabs leider nich allzuviel zu tun. Der nächste Wanderweg war 70Km entfernt. Das war mir dann zum laufen doch a weing zu weit. Während dessen viel mir wieder auf, das ich ein Mensch bin der sehr schnell in Routine bzw. Rituale verläuft. Jeden Morgen um 9Uhr bin ich zum Cafe, hab eine Tasse frischen Chai Tee getrunken und einen frischen Muffin gegessen.. Sagt das was über mich aus? Macht mich das langweilig, berechenbar oder gar spießig? Zwischen drin machte ich mir auch Gedanken wies mit meiner weiteren Reise weitergehen soll. Eigentlich wollte ich ja endlich an die Westküste, aber einen Flug zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu bekommen schien quasi unmöglich. Da hatte ich die Idee! Ich könnte ja ne Woche nach Fidji fliegen und dann über Fidji nach Perth. Das war ma n geiler Plan. Die Regenzeit auf Fidji hat mich dann jedoch wieder runtergeholt und so ging dann die Planung über Brisbane und Melbourne rüber nach Perth, Bonusmeilen sei Dank (Vielen Dank Liebe Schwester und Schwager :))



Einen sechs Stunden lagen zwischen meiner Ankunft und Abfahrt in Byron Bay. Viel Zeit war es nicht um zum Cape Byron und den Leuchtturm zu laufen. Also gondelte ich etwas durch die Stadt und lies mir eine Pizza am Strand schmecken. Byron Bay war ein schönes Fleckchen, aber wie schopn erwähnt, leider viel zu überlaufen. Das nächste mal geht’s dann eben im Australischen Frühling her. Auf den Flug von Brissie nach Melbourne, wurde mir bewusst wie sehr mir das „auf Achse sein“ gefehlt hat.Morgens in Nimbin, Sechs Stunden Byron Bay, abends in Brisbane, früh aufstehen, ab zum Flughafen und weiter in den Flieger. War schon ein komisches Gefühl in Melbourne wieder an Plätzen zu sitzen an denen man schonmal vor vier Monaten gesessen hat. Diesmal gefiel mir Melbourne auch viel viel besser, eigentlich fand ichs richtig geil. Vorallem im Gegensatz zu Sydney, den die Leute hier sind um einiges gechillter und weniger gestresst. Und haben obendrein auch noch weitaus mehr Style.



Abends gings dann mit Nadja und Chris, den Sie über Globalzoo kennengelernt hat, in Melbourne was trinken und der Weg führte mich wieder zur Rooftopbar, auf der ich auch schonma war. Nach dem dort Schicht im Schacht war, hörte man die Bässe durch den Hausflur bummpern. Das hört sich ja nach richtig guter Musik an, da müssmer hin! Der Bass kam aus einem kleinen Club im selben Haus, worauf allerdings das typische Australische Problem kam: Die Leute trinken aber tanzen nicht. Der Club war auch nicht arg besucht, maximal 20 Leute, aber nur 3 davon tanzten. Endlich habe ich mal was gefunden, was voll und ganz meinen Geschmack trifft, und dann is da tote Hose. Inzwischen war es schon 2 Uhr und ich ging mit Chris Richtung St. Kilda wo mein, wie auch sein Hostel lag. Nach ein paar Meter auf der St. Kilda Road überkam mich ein unglaublich nerviger Schluckauf, was mir echt tierisch auf den Sack gegangen ist. Zum Glück kommt in 20 Minuten ein Maccas wo ich mir endlich was zu trinken kaufen konnte. In dem Mäggi saß eine Gruppe betrunkener Australischer Mädels und als ich Eintrat, sah mich eins der Mädels mit den größten und Smaragd farbensden Augen an, die ich jemals gesehen hab. Ihre ernste Miene verwandelte sich in ein bezauberndes lächeln und auf Ihr „Wow, you´re beautiful“ konnte ich mir ein „I know“ nicht verkneifen „Come over have a chat with me“. Was gestylte Haare und eine Rasur so alles bewirken. Mein Schluckauf war mit einmal wie weggeblasen.Im selbigen Moment begann auch aufeinmal eine Ihrer Freundinnen mich mit Pommes zu füttern. Irgendwie kam ich mir wie im falschen Film vor. Wir begannen ein nettes Gespräch und ein netter Abend begann noch netter zu werden. Bis auf Ihre Frage wo ich eigentlich herkomm. „Aus Deutschland? Bist du ein Nazi?“ zischte eine Ihrer Freundinnen am Tisch. Hää? Bitte was is los? Was is dein scheiß Problem? Das nette Mädel dessen Namen ich leider schon wieder vergessen hab, sagte mir dann das Ihre Freundinn Jüdisch is -St Kilda hat eine riesige Jüdische Gemeinde und im Coles gibt’s sogar eine Extra Sparte für Koschere Backwaren-. Auf der Rooftopbar hatte mir ein Australier erzählt, das deutsche Jungs bei den Mädels sehr beliebt sind, das schien auch so...außer bei den jüdischen. Was sehr nett begann endete in einer Grundsatz Diskussion über das 3te Reich, wo auch die andren zwei Freundinnen des Mädchens eifrig mitkeiften. Das hat mich so dermaßen angepisst, das ich sagte ich hab kein Bock auf sonnen scheiß Scheiße hab und mich jetzt Schleich. Was muss die *****schlampe auch mit sonem Scheiß anfangen. Miststück. So verabschiedete ich mich also von den netten Mädchen und mehr oder weniger von Ihren drei unfreundlichen Freundinnen. West australische Mütter haben bestimmt auch hübsche Töchter.