Freitag, 25. September 2009

De jute Nederlansk


Der Tag für die fahrt nach Adelaide als zwischenstop begann um 5:30 Uhr Morgens., und erstma festgestellt das ich mir ne Erkältung eingefangen hab. Passt ma eigentlich garnich in den Kram. Mein Zug ging zwar erst um 8:00 aber man will ja frisch geduscht geduscht sein und ich wollte noch vor 24Uhr Deutscher Zeit Geburtstagsgrüße versenden.

Was erstma sehr merkwürdig war: Das Gepäck wird eingecheckt und es gibt ein etwas unmodernes Boarding 30min vor Abfahrt. Da steht da tatsächlich son Hansel mit ner Liste rum und streicht die Namen durch. Andre Länder andre Sitten. Erst durch paar abfuckte Suburbs von Melbourne dann an ein paar Baustellen und dann lange lange lange nichts..... so ungefähr 10Std lang. Nichts ist der falsche Ausdruck. Die Strecke hätte genauso in den Schottischen Highlands oder Irland liegen können. Endlos lange Grüne Wiesen soweit das Auge reicht, was mit Marek Hemmanns „Gemini“ auch eine endgeile Atomsphäre geschaffen hat. Am liebsten hätt ich angefangen zu tanzen, aber des hat der Track einfach an sich. Und Schafe. Und mehr Schafe. Und noch mehr Schafe. Mein Gott, unzählige Schafe. Mit der Wolle könnte man halb Europa abdecken, aber das macht sie wahrscheinlich auch. Und dann, rote Erde, richtige geile rote Erde, noch dunkler (Anm. das Wort röter gibt es nicht) als ma se vom Sportplatz her kennt. Schien ja endlich ma Richtung Wildniss zu gehen. Aber es kamen noch mehr Wiesen und noch mehr Schafe. Zwischendurch war auch ein Part dabei der n bisschen nach Regenwald aussah, was ich sehr geil fand. Aber das wars dann auch schon, den Rest der Zeit hab ich geschlafen



Bei der Ankunft machte sich das geile Wetter wieder voll bemerkbar. Es regnete. Aber das kannte ich ja schon. Einen Tag zuvor, also am Montag hatte es in Adelaide krasse Unwetter mit heftigen Blitzen und Niederschlägen gegeben. Leider war auch die Wahl meines Hostel, wie das Wetter. Beschissen. Ich hab ne runde um den Block gedreht und auch die Nachbarschaft war Beschissen, eigentlich fand ich ganz Adelaide Scheiße und war froh das ich bald raus bin aus dem Drecksloch.
Ich hab mich dann um 20 Uhr mit den 4 Mädels (ihr erinnert euch) in Ihrem Hostel getroffen, da die in Adelaide n Zwischenstopp auf den Weg nach Alice Springs machen bzw. nicht besser Planbar war. Dort auf dem Balkon hab ich einen echt interessanten Typen kenne gelernt der auf der Klampfe zockte. Alex, 23 Jahre alt gebürtig am Bodensee, meidet es aber deutsch zu reden. Studienabbrecher, seit fast 3 Jahren auf Tour durch Singapur, Neuseeland und nun Australien mit quasi keinen Cent in der Tasche. Ganz Kohle in den ersten 2 Monaten Neuseeland verballert, hat angefangen mit jonglieren, Feuerschlucken und -spucken und Zaubertricks. Und so schlägt er sich nun durch. Mit seinen letzten 120$ nach Australien geflogen da sein Visum abgelaufen ist. Der konnte Geschichten erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen.
Kurz gesagt: Seine Reisephilosophie hat mich beeindruckt, denn so stell ich mir das eigentlich vor. Fernab von deutschen Tugenden wie Planung, Sicherheit, was kommt danach, was wird erwartet. Das Leben passiert heute denn was weiß ich was Morgen passiert.



Am nächste Morgen in Adelaide bin ich dann erstma auf Entdeckungstour durch die Straßen gezogen. Das erste woran ich vorbei gekommen bin war Chinatown. Heilanzack, noch mehr Asiaten. Wenn ich mir vorstell das wir soviel südländische Immigranten hätten. Jesus!
Dort liegt auch einer der geschätzten 30 Eingang zum Central Markt wie ich festgestellt habe, der ungefähr vergleichbar is mit dem Viktualienmarkt, bloß in einer Halle. Und eine enorme Auswahl an so ziemlich allen was ma sich vorstellen kann. Ich hätt ma auch nicht vorstellen könne das ein Hotdog mit einer Kransky (Käsekrainer) und Sauerkraut schmeckt, aber erstaunlicherweise tut es das. Gestärkt bin ich dann erstmal zum Victoria Square und dann weiter ins South Australia Museum, welches eine extreme fülle an Exponaten von South Australias Aborigines und Südpazifik Inseln hat. Gewaltige Handwerkskunststücke. Leider war der Akku meiner Kamera leer, deshalb gibt’s davon leider keine Bilder. Einen kleinen Abstecher in die Fußgängerzone war zeitlich auch noch drin. So langsam war mir Adelaide n kleines bisschen sympathischer, als noch den Abend davor.

Auf zum Flughafen. Ich hatte schon von den Sandstürmen über Sydney gelesen, die Ausmaße waren mir aber noch nicht bekannt. Der Busfahrer hatte uns schon erzählt das viele Maschinen arge Verspätungen hatten. Ich hatte mir da eigentlich weniger Sorgen gemacht ich wollte ja nach Brisbane was weiter nördlich liegt. Als eine durchsage kam das der Flug nach Sydney gecancelt wurde hab ich mir immer noch nix dabei gedacht. Auch nicht das mein Flug mit Verspätung starten sollte, der Flieger muss ja die Ostküste irgendwie hoch. 10Minuten vorm Boarding wurde dann auch mein Flug gecancelt.....Na Super....und nun? Alle Passagiere mussten wieder ihr Gepäck abholen und zum Check in Schalter. Da mein Rucksack ziemlich spät raus kam stand ich gaaaaaaaaaaaaaaanz weit hinten in der Schlange. Wie könnts besser kommen, vor mir eine Familie mir Ihrem Unglaublich, Unglaublich, Uuunglaublich, ganz Unglaublichen furchtbaren Sohn der ca. 3 Jahre alt war. Das nervige Dreckbalg hat in einer Tour rumgeschrien: „, mom MOOOM, MOOOOM, MOOOOOMI, MOOOOOOMMMI“ „i´m waiting, I AM WAITNG I AAAAM WAAAITNG“ wenn es nicht gemault hat, hat es geweint. Ich sags euch, wenn die Mutter nich irgendwann gesagt hätte es soll endlich die Schnauze halten hätt ich es gemacht aber weniger freundlich. Musst mich´eh schon derbe zamreissen, das ich dem Drecksbalg keine Aufstreich und den Hals umdreh. Gott sei Dank hat der Vater den Sohn dann beiseite geschafft, aber es war unvermeidlich das er wiederkommt und weiter Terror macht. Ey, never ending Story.
Merke: Aggressionsbewältigung durch Meditation, krampfhaftes umklammern des Rucksackes und der Vorstellung den Kopf eines nerven den Kindes mit Anlauf durch eine Fensterscheibe zu pressen können enorme Hilfsmittel im Alltag sein.

Kommen wir darauf zurück das ich ganz hinten in der Schlange stand. Den Leuten weiter vorne konnte man anbieten den Flieger nach Darwin zu nehmen und von dort nach Brisbane, bei den nächsten ginge der Flug dann am Freitag, dann am Sonntag, bei mir geht er nun am Montag und inzwischen war es ca. 23 Uhr. Was nun, erstmal habe ich alle Hostels in der Nähe angerufen, aber keines hat 24Std Rezeption. Es fuhr auch kein Shuttlebus mehr also musst ich mit dem Taxi fahren...nur wohin?! Klar, irgend ein günstiges Hotel, der Fahrer wird mir schon eins empfehlen können, und dann auch noch bis Montag in Adelaide rumhängen. Des gfreit mi goarned. Und wieder eine endlose Schlange vor dem Taxistand. Richtig geil, das macht doch echt Laune! Vor mir is mir dann ein Mädchen mit ebenso 2 Rucksäcken aufgefallen, also hab ich Sie einfach ma angequatscht ob se auch ins CBD muss und ob se nich Bock hat sich n Taxi zu teilen. JA, Sie hatte. Das Mädchen hieß Rika kam aus Den Haag/Niederlande studiert in Sydney und war die Rettung meines Abends. Im Taxi hat sie mir erzählt das Sie grade noch mit Ihrem Freund telefonierte und Ihn gefragt hat ob es unhöflich bzw. sehr komisch kommt wenn man jemand frägt ob er sich das Taxi teilen möchte. (Nein liebe Rika, das ist es Nicht)Ihr Flieger sollte nach Alice Springs gehen und wurde über Adelaide umgelenkt, so das Sie in der Früh um 6 den Zug zum weiterkommen nehmen muss. Sie hatte ein Zimmer im YHA gebucht, was nicht grade das billigste Hostel ist aber meisten zu den sehr guten, sauberen gepflegten zählt. Und Sie hatte „late check-in“, das heisst Sie ruft an und der Nachthorst Checkt Sie ein. Da ich nervlich total am Ende war und mich eh schon auf ein Hotel eingestellt hatte wollte ich eigentlich ein Einzelzimmer um einfach nur meine Ruhe zu haben, aber man konnte mir nicht mal sagen ob überhaupt noch ein Bett Frei ist, da grad 3 Schulklassen zu Besuch sind. Tatsächlich waren noch 2 Betten Frei. Ihr glaubt gar nicht wie heilfroh ich war. „Alles hat seinen Grund“ sagte Rika noch im Taxi zu mir, und es hatte anscheinend wirklich einen......

2 Kommentare:

  1. Lieber Markus,

    sollche erlebnisreichen Tage sind wenigstens nicht langweilig.Du hättest dich mit dem kleinen schreienden Ungeheuer unterhalten können, dann wär für beide die Zeit nicht so lang gewesen.
    Viele schöne Erlebnisse bis bald
    deine Mama

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  2. ... und wieder hat Holland für die richtige Entspannung gesorgt - so muss`s sein.

    Genieß die Zeit, geht schneller vorbei als de denkst bist ja auch schon 14 Tage = 2 Wochen = einen halben Monat weg!

    Die Holländerin in München vermisst dich zumindest... Bis bald in Thailand...

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